Proletenprosa

Luke Stuckberry
Lukes Geschichten und Artikel entstehen aus dem Bauch heraus und meist ohne vorherige Recherche. Frei von der Leber weg. Mit besonderem Augenmerk auf die arbeitende Klasse und den „kleinen Mann“, von nebenan, beschreibt er häufig die einfachen Dinge des Lebens. Mit seinem ungetrübten Blick schafft er es auch aus den banalsten Dingen, die uns allen im Alltag begegnen, eine oft witzige, manchmal ernste und häufig bitterböse Story zu fabrizieren. Er selbst nennt seine Storys: Proletenprosa. Ungeschönt, unverblümt und gelegentlich derb in der Auswahl der Worte. 

[Papa Präsent]: Whisky, Wut und Vatertag

Männer, Bier und verlorene Jahre

14.05.2026 23 min

Vatertag im Ruhrgebiet. Während draußen Bollerwagen durch die Straßen rumpeln und halbbetrunkene Männer gröhlend ihr Recht auf peinliche Freiheit zelebrieren, sitzt ein pensionierter Feingeist in seinem alten Zechenhäuschen und blickt mit Verachtung auf die Welt herab. Zwischen Whisky, Zigarrenrauch und vergilbten Erinnerungen steigert er sich immer tiefer in seinen Hass auf all jene hinein, die noch lachen können.
Doch je länger der Abend dauert, desto brüchiger wird die Fassade seiner Überheblichkeit. Hinter dem Sarkasmus lauert etwas viel Hässlicheres: Einsamkeit. Als er sich schließlich doch hinaus in die verregneten Straßen des Reviers wagt und in einer alten Kneipe landet, beginnt ein Abend zwischen Herrengedeck, kaputten Lebensgeschichten und der schmerzhaften Erkenntnis, dass Würde manchmal nur ein anderes Wort für Alleinsein ist.
Eine melancholisch-zynische Reise durch das Ruhrgebiet, vorbei an Tresenphilosophen, abgestandener Wohnzimmerluft und der Frage, ob man sich das Altwerden vielleicht schöner trinken muss.

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