Proletenprosa

Luke Stuckberry
Lukes Geschichten und Artikel entstehen aus dem Bauch heraus und meist ohne vorherige Recherche. Frei von der Leber weg. Mit besonderem Augenmerk auf die arbeitende Klasse und den „kleinen Mann“, von nebenan, beschreibt er häufig die einfachen Dinge des Lebens. Mit seinem ungetrübten Blick schafft er es auch aus den banalsten Dingen, die uns allen im Alltag begegnen, eine oft witzige, manchmal ernste und häufig bitterböse Story zu fabrizieren. Er selbst nennt seine Storys: Proletenprosa. Ungeschönt, unverblümt und gelegentlich derb in der Auswahl der Worte. 

Der Kiosk oder das Büdchen

Klingeling, eine Mark und ein Büdchen voller Kindheit

31.07.2026 22 min

Manchmal findet man auf einem alten Mac nicht nur Dateien, sondern ganze Stücke der eigenen Vergangenheit.
Diese Folge von Proletenprosa ist genau so ein Fundstück. Altes Material, das irgendwo auf der Festplatte herumlag, wiederentdeckt, ausgebuddelt und ein wenig aufgearbeitet wurde. Eine kleine Zeitreise zurück in eine Kindheit, in der ein Büdchen noch eine Institution war, eine Mark ein kleines Vermögen bedeutete und man sich für ein paar Pfennig mit Veilchen, Silberlingen, Nappos oder einer Stinkbombe eindecken konnte.

Luke Stuckberry erinnert sich an Opa Stahl, an eine alte Kiefernholztheke, braun-orange Tapeten, Glöckchen über der Tür und an eine Welt, in der Kinder einfach nach draußen verschwanden, ohne dass irgendeine App ihren Standort überwachte. Eine Welt ohne Likes, Follower und WhatsApp-Gruppen. Dafür mit Knallteufeln, Feuerringen und der Gewissheit, dass die Mutter irgendwann aus dem Fenster brüllen würde, man solle gefälligst nach Hause kommen.

Doch hinter all dem derben Rückblick steckt auch etwas anderes: die Erkenntnis, dass Kindheit irgendwann verschwindet. Büdchen schließen, Menschen gehen, Orte verändern sich und irgendwann ist man selbst der alte Sack, der von früher erzählt.

Eine Folge über Süßigkeiten, Stinkbomben und den ganz normalen Wahnsinn einer vergangenen Zeit. Und vielleicht auch über die Frage, was von unserer Kindheit eigentlich übrig bleibt, wenn das Büdchen längst verschwunden ist und nur noch ein kleines Klingeling im Kopf zurückbleibt.

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